
Städte und Gemeinden spielen eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung und Prävention von Diskriminierung.
Das bundesweite Netzwerk von rund 40 kommunalen Antidiskriminierungsstellen vereint die Expertise kommunaler Fach- und Beratungsstellen, die sich innerhalb der Verwaltung merkmalsübergreifend mit Diskriminierungsfragen befassen.
Das Netzwerk verfolgt die folgenden Ziele:
- Unterstützung von Kommunalverwaltungen beim Aufbau und der strukturellen Weiterentwicklung von Antidiskriminierungsberatungsstellen sowie bei der Entwicklung präventiver Handlungskonzepte
- Förderung des kollegialen Erfahrungsaustauschs und der fachlichen Weiterqualifikation aller Mitglieder
- Gemeinsame Entwicklung von Strategien und Handlungsempfehlungen zur Prävention und dem Abbau von Diskriminierung
Aufgaben kommunaler Antidiskriminierungsstellen und -beauftragungen
Die Aufgaben kommunaler Antidiskriminierungsstellen und -beauftragungen umfassen unter anderem:
- Beratung und Unterstützung von Bürger*innen und Verwaltungsmitarbeitenden bei Diskriminierungserfahrungen, Zeug*innen von Diskriminierungen und/oder von Dienststellen/ Führungskräften, die präventiv tätig werden möchten
- Entwicklung und Begleitung diversitätssensibler Verwaltungsstrukturen und Angebote
- Dokumentation und Berichterstattung in politischen Gremien wie dem Stadt- oder Gemeinderat
- Durchführung von Veranstaltungen und Fortbildungsangeboten
- Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung für Diskriminierung und für ihre Risikofaktoren
- Unterstützung partizipativer Prozesse, Stakeholder-Dialoge und Gemeinschaftsprojekte
Leistungen des Netzwerks
Das Netzwerk bietet:
- Fachwissen zu kommunaler Antidiskriminierungsarbeit in deutschen Kommunen jeder Größe
- Analyse und Monitoring von Diskriminierungssituationen
- Vermittlung von Good Practices und evidenzbasierten Ansätzen
- Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Prävention, Sensibilisierung und Empowerment betroffener Gruppen
- Unterstützung bei der Umsetzung von Antidiskriminierungs- und Diversity-Policies in Verwaltung und öffentlichen Einrichtungen
- Zugang zu kommunalen Ansprechpartner*innen der Antidiskriminierungs- und Diversitätsarbeit
- Vernetzung und Austausch zwischen Kommunen, Zivilgesellschaft, der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Forschungsinstitutionen
- Einbindung der Expertise bei Projekten, Fachveranstaltungen und in Gremien
Mitglieder
Das Netzwerk trifft sich einmal pro Jahr in Präsenz.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit zum digitalen Austausch in Arbeitsgruppen und der kollegialen Beratung.
Die Mitgliedschaft ist kostenfrei.
Koordiniert wird das Netzwerk durch die Städte Augsburg, Bonn, Hannover, Heidelberg und Nürnberg.
Die Geschäftsstelle des Netzwerks ist bei der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) angesiedelt.
Studie und Handreichung „Fair vor Ort“
In Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der kommunalen Antidiskriminierungsstellen entwickelte die Europäische Städtekoalition gegen Rassismus (ECCAR) eine Studie, um Kommunen als zentrale Akteur*innen für die Durchsetzung des Rechts auf Gleichbehandlung in den Fokus zu rücken und Entwicklungsschritte hin zu einem auf vergleichbaren Standards basierenden Modell kommunaler Antidiskriminierungsarbeit zu gehen.
Im Projekt wurde aufbauend auf der Studie ebenfalls eine Handreichung für die Etablierung kommunaler Antidiskriminierungsstellen entwickelt. Im Fokus der Studie stand mit Blick auf die Einrichtung weiterer unabhängiger Beratungsstellen auf lokaler Ebene die Kooperationsmöglichkeiten wie auch unterschiedlichen Rollen und Aufgabenzuschnitte kommunaler und unabhängiger Stellen, um Menschen, die Diskriminierung erfahren, bestmöglich und wohnortnah zu unterstützen.
Aufbauend auf der Studie wird aktuell eine Qualifizierungsreihe für Mitarbeitende von kommunalen Antidiskriminierungsstellen entwickelt, um die Arbeit vor Ort zu stärken und strukturelle Veränderungsprozesse vor Ort anstoßen zu können.
Fair vor Ort – Standards für kommunale Antidiskriminierungsstellen
Das Forschungsprojekt rückt Kommunen als zentrale Akteure der Antidiskriminierungsarbeit in den Fokus und formuliert Handlungsempfehlungen, um sie zu stärken.
Europäische Städtekoalition gegen Rassismus e. V. (ECCAR e. V.)
Amt für Chancengleichheit Stadt Heidelberg
Eppelheimer Straße 13
69115 Heidelberg
Deutschland
Telefon: +49 6221 58-15519
E-Mail: antidiskriminierungeccar.info
Webseite: eccar.info